Das aktuelle Angebot für Kinder
Eltern haben die Wahl
Was darfs denn sein? 25, 35 oder 45 Stunden? Eltern, die ihre Kinder für den Kindergarten anmelden wollen, müssen sich jetzt unter anderem diese Frage stellen. Das gerade verabschiedete Kinderbildungsgesetz (Kibiz) bietet ihnen die Möglichkeit, für ihre Kinder feste Zeitblöcke zu buchen.
Vertreter der Stadt Ochtrup und Annette Holtmann, Leiterin des Kindergartens St. Stephan, hatten im Rahmen eines Pressegesprächs ihre Idealform schon gefunden: Die 25-Stunden-Gruppe bietet eine gute Grundlage, das ist okay, so die Stadtverwaltung, aber darüber hinausgehende Förderung kann man nur in 35 Stunden oder mehr vermitteln. Und Annette Holtmann fügte an: Im Sinne der Kinder und im Sinne der Förderung ist die längere Betreuung besser. Die Leiterinnen der Kindergärten, Vertreter der Träger und der Stadt stellten gestern die wesentlichsten Änderungen nach der Einführung des Kibiz vor.
Schon jetzt bieten Ochtruper Einrichtungen vormittags und nachmittags Betreuungszeiten sowie Übermittag-, Klein- und Schulkindbetreuung an. Inhaltlich spielt die Integration eine große Rolle. Mit dem Kibiz kommt es nun zu Änderungen: in der Gruppenzusammensetzung, weil zum Beispiel neue Plätze für unter Dreijährige geschaffen werden, beim Betreuungsangebot (zum Beispiel Sprachförderung) und bei der Finanzierung, die sich nach den ersten vagen Informationen sehr wohl für die Kindergärten, aber nicht grundlegend für Eltern ändern wird.
Kernentscheidung für Eltern ist darum aktuell die Auswahl des Kindergartens und die der Buchungszeiten 25, 35 oder 45 Stunden. Und die Frage ist: Was bekommt man dafür, so Marlies Mulder vom Caritaskindergarten Der kleine Prinz.
Die Grafiken, die die Kindergärtnerinnen vorbereitet hatten, gaben die Antwort: Die 25-Stunden-Betreuung sei zwischen 7.30 und 12.30 Uhr möglich; 35 Stunden morgens sowie von 14 bis 16.30 Uhr oder in einer Blocköffnungszeit von 7 bis 14 Uhr; die 45 Stunden durchgängig bis nachmittags zusammen mit der Übermittagbetreuung von 12.30 bis 14.30 Uhr.
In allen gebuchten Stundenblöcken könne man die Kinder in Bewegung, Sprache und Spielen sowie im Umgang mit Medien, Natur und Kultur fördern. Anders sehe es aber bei den weitergehenden Leistungen aus: Besichtigungen, Projekte, Angebote für Eltern oder spezielle Beobachtungen, Förderungen oder auch Feste seien nicht oder nur mit größten Schwierigkeiten in einer 25-Stunden-Woche umsetzbar. Alle Beteiligten legten Eltern darum mindestens die 35-Stunden-Betreuung ans Herz.
Die Stadt Ochtrup machte bei den Wahlmöglichkeiten der Eltern allerdings Einschränkungen: Nicht alle Kindergärten werden alle Stundenzahlen anbieten. Sei die 45-Stunden-Woche gewünscht, müssten Kinder unter Umständen auf andere Ochtruper Einrichtungen ausweichen.
Weitere Informationen erhalten Sie beim Schulamt der Stadt Ochtrup (Tel. 02553/73180).
Jeder Kindergarten und jede Kindertageseinrichtung in Ochtrup setzt eigene Schwerpunkte. Der folgende Überblick gibt das jetzige Angebot in Kurzform wieder. Dieses Angebot soll auch mit Einführung des Kinderbildungsgesetzes erhalten bleiben. Es kann aber sein, dass es bei entsprechender Nachfrage zu Anpassungen kommt. In jedem Fall ist es sinnvoll, sich mit den Einrichtungen direkt in Verbindung zu setzen, um das detaillierte Angebot abzufragen.
Kindergarten Arche Noah, Weidenstraße 5, 02553/ 1880, Leiterin Melanie Nacke: Angebote über insgesamt 42,5 Stunden pro Woche, Übermittagbetreuung, Betreuung von Kindern unter drei Jahren.
DRK-Kindertagesstätte, Prof.-Katerkamp-Straße 1, 6262, Leiterin Renate Schier: 52,5 Stunden pro Woche, Übermittagbetreuung, Einzelintegration.
Caritaskindergarten Der kleine Prinz, Wernher-von-Braun-Straße 12, 80257, Leiterin Marlies Mulder: 50 Stunden, integrativer Schwerpunkt mit behinderten Kindern, integrative Tagesstättengruppe, Übermittagbetreuung, einzige Einrichtung, die bereits Kinder ab 0,4 Jahren betreut, zertifiziertes Familienzentrum.
Eltern-Kind-Initiative Kinderkiste, Kuhweide 17, 6366, Leiterin Maria Eißing: 35 Stunden, Übermittagbetreuung, Einzelintegration.
Kindergarten St. Stephan, Gottfried-Keller-Straße 1, 2332, Leiterin Annette Holtmann: 47,5 Stunden, Tagesstätte, Übermittagbetreuung, Schwerpunkt Integration, nächstes Jahr Betreuung unter Dreijähriger, Familienzentrum im Aufbau.
Kindergarten St. Marien, Kampstraße 12, 2341, Leiterin Doris Grett: 45 Stunden, Übermittagbetreuung, Einzelintegration, Betreuung von Kindern unter drei Jahren.
Kindergarten St. Martin, Elchdamm 20, 3970, Leiterin Stefanie Winkelhorst: 42,5 Stunden, Übermittagbetreuung.
Kindergarten St. Michael, Hauptstraße 45, Langenhorst, 2671, Leiterin Luise Stegemann: 42,5 Stunden, Übermittagbetreuung, Schwerpunkt Bewegung.
Kindergarten St. Lamberti, Hellstiege 1, 3669, Leiterin Gera Dirlik: 42,5 Stunden, Übermittagbetreuung, einziger Kindergarten mit Blocköffnungszeiten von 7 bis 14 Uhr, Betreuung von Kindern unter drei Jahren, Schwerpunkt Integration von Migrantenkindern, spezielle Sprachförderungsprogramme und sozialer Schwerpunkt.
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