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Historisches Spielzeug im Fokus


„Museen mit Freude entdecken“: Was könnte besser zum Motto des Internationalen Museumstags 2022 passen als das übergreifende Thema „Spiele(n)“, dem sich die sechs beteiligten Ochtruper Kultureinrichtungen auf unterschiedliche Weise widmen?
In der Villa Winkel, im Leineweberhaus, im Töpfereimuseum und an der Bergwindmühle wird es am 15. Mai ein buntes Mitmach-Programm rund um das Thema geben. Naturgemäß kommen dabei  die jüngeren Besucher  ganz auf ihre Kosten.

Im Töpfereimuseum gibt es ein Töpferprogramm, alte Murmelspiele werden wieder aufleben, und die Töpferscheibe wird sich drehen. Außerdem nimmt das Team des Museums ihr 30jähriges Bestehen zum Anlass, eine kleine Retrospektive ihrer vergangenen Arbeit, Aktionen und Ausstellungen zu geben.

 Ma(h)laktionen mit und ohne „h“ gibt es an der Bergwindmühle. Bei geeignetem Wetter wird sich die Mühle drehen, und Kinder sind ab 14 Uhr eingeladen, mit Pinseln und vielen bunten Farben ein großes Flügelsegel zu bemalen.
Das Leinweberhaus bietet eine interessante Ausstellung zu vergangenen Moden, die jungen Besucher können sich an kleinen Webrahmen ausprobieren.
Der Heimatverein  wird ebenfalls alte Kinderspiele aufleben lassen: In der Villa Winkel können historische Spielzeuge bewundert und nachgebaut werden. Auch  historische Puppen aus dem Ochtruper Puppenmuseum sind hier an dem Tag zu sehen – eine ideale Gelegenheit, den (Enkel-)Kindern die selbsterlebte Spielwelt nahezubringen und für einen Moment in die eigene Kindheit einzutauchen.

Aber was am Internationalen Museumstag dargeboten wird, ist keinesfalls reiner „Kinderkram“. Schließlich gehören Spiele und Spielsachen zu den wichtigsten kulturgeschichtlichen Zeugnissen und Vermittlern von gesellschaftlichen Zuständen, die für alle interessant sind. Das zeigt besonders eindrücklich eine Puppe aus der Margit-Horvath-Stiftung, deren Besitzerin – ein jüdisches Mädchen – zum Opfer des Holocaust wurde. 
Stadtarchivarin Karin Schlesiger hat sich dafür mit dem Stadtmuseum Rijssen (Holland) in Verbindung gesetzt, zu dessen Bestand die historische Puppe gehört. Denn die jüdische Familie, die in Ochtrup eine Metzgerei führte, war 1933 von Ochtrup nach Rijssen emigriert. Von hier aus wurde die damals elfjährige Isabella 1943 deportiert  und im Vernichtungslager Sobibor ermordet. Die bewegende Ausstellung „Pass bitte auf meine Puppe auf, bis ich wieder zurück bin“ wurde von der Margit-Horváth-Stiftung in Walldorf-Mörfelden entwickelt.  Sie ist in Ochtrup noch bis zum 24. Mai – am Museumstag in der Villa Winkel, anschließend in der Ev. Kirche – zu besichtigen.  Am Sonntag wird die Vorsitzende des Horváth-Zentrums zu Gast in Ochtrup sein und durch die Ausstellung in der Villa führen.

Die Eröffnung des Internationalen Museumstags findet am selben Ort um 12.00 Uhr statt.
Von hier aus können in beliebiger Auswahl und Reihenfolge die anderen Orte besucht werden – am schönsten und einfachsten geht das bewährte „Museumshopping“ mit dem Fahrrad. Zu einer geführten Radtour von Ort zu Ort mit vielen Details am Wege laden unsere professionellen Stadtführer zusätzlich ein.

Das Gesamtprogramm des Internationalen Museumstag findet sich im Flyer:

04622003 SMO Plakat Int. Museumstag 2022 297x420+2 CMYK Print