Laptop und Notizblock auf Schreibtisch

Mehr Raum für Wasser und Natur


Naturschutz und Hochwasservorsorge miteinander verbinden: Mit umfangreichen Maßnahmen am Gauxbach, Strootbach und Feldbach wurde im Spätsommer 2026 die Grundlage für eine naturnähere Gewässerentwicklung und einen verbesserten Hochwasserschutz geschaffen. Jetzt fand die Abnahme mit der Stadt Ochtrup, den ausführenden Firmen Hönerlage und Plass, dem Unterhaltungsverband Vechte und Gauxbach sowie allen zuständigen Behörden des Kreises und der Bezirksregierung statt und bestätigte den erfolgreichen Abschluss der Baumaßnahmen.

Kämmerer Roland Frenkert hob hervor, dass die IB Wohnungs- und Gewerbebau GmbH als Eigentümerin des Grundstücks am Strootbach und Gauxbach die für die Maßnahmen benötigten Bereiche kostenfrei zur Verfügung gestellt habe: „Das ist keine Selbstverständlichkeit, und wir sind sehr dankbar dafür.“

Gauxbach und Feldbach münden beide in (bzw. kurz vor) Welbergen in die Vechte; der Strootbach fließt, von Metelen kommend, seinerseits bei Haus Welbergen in den Gauxbach. Die Gewässer wurden im Zuge der Flurbereinigung in den 1960er-Jahren in ein geradliniges Trapezprofil gebracht. Dadurch fehlte ihnen bei Starkregen der notwendige Raum, um größere Wassermengen natürlich zurückzuhalten.

Hier setzen die aktuellen Maßnahmen an: Die Bäche wurden jetzt aus ihrem starren Korsett befreit und haben einen windungsreichen Verlauf erhalten.

Im Bökerhook wurden zwischen Strootbach und Gauxbach rund 3000 Kubikmeter Boden abgetragen und neue Sekundärauen geschaffen. Bei höheren Wasserständen kann sich das Wasser künftig in diese Bereiche ausbreiten. Dadurch wird der natürliche Wasserpuffer vergrößert.

Im Ortskern von Langenhorst entstand neben dem Feldbach ein neuer, aus mehreren Becken bestehender Retentionsraum, für den insgesamt rund 3500 Kubikmeter Boden entnommen wurden. Nach der aktiven Wiederaufforstung mit Erlen und Eichen soll sich in dem Areal ein standortgerechter Laubmischwald etablieren. Eingefasst wird dieser Waldbereich durch eine Wallhecke.

Sie sehen: einen Bachlauf mit Holz als Strömungslenker
Totholz im Bachlauf dient als Strömungslenker und schafft zugleich Lebensraum für Tiere.

Auch hier wurde der Gewässerlauf naturnäher gestaltet. Eingebrachte Strömungslenker und Totholz sorgen für mehr eine bessere Profilierung und Strukturvielfalt des Feldbaches.

 „Mit diesen Maßnahmen schaffen wir mehr Raum für das Wasser und gleichzeitig neue Lebensräume für Pflanzen und Tiere. Damit verbinden wir Hochwasservorsorge und nachhaltige Gewässerentwicklung auf sinnvolle Weise“, erklärt Rainer Kappelhoff von der Arbeitsgemeinschaft der Wasser- und Bodenverbände im Kreis Steinfurt.


Das Projekt wird mit 80 Prozent durch das Land NRW beziehungsweise die zuständige Bezirksregierung gefördert. Die verbleibenden 20 Prozent übernimmt die Stadt Ochtrup.