Das Kreisjugendamt Steinfurt informiert, dass die Outlaw Kita Schützenstraße in Ochtrup zum 31. Juli 2027 geschlossen wird. Diese Entscheidung wurde in enger Abstimmung mit dem Träger Outlaw gGmbH und der Stadt Ochtrup getroffen und ist das Ergebnis einer umfassenden Analyse der demografischen Entwicklung sowie des Anmeldeverhaltens der Eltern in den vergangenen Jahren.
Die Geburtenzahlen in Ochtrup sind seit ihrem Höchststand im Jahr 2021 mit 240 Geburten kontinuierlich rückläufig. Im Jahr 2025 wurden noch 181 Geburten registriert, perspektivisch wird ein weiterer Rückgang erwartet. Parallel dazu ist auch die Anmeldequote für Kindertageseinrichtungen gesunken. Besonders deutlich zeigt sich dies bei den Anmeldungen von Kindern im Alter von null bis einem Jahr, die von 29,3 Prozent im Kitajahr 2023/24 stetig gesunken sind und zuletzt bei 23,3 Prozent im Kitajahr 2026/27 lagen.
Auch die Anmeldequote der zweijährigen Kinder ist in letzten Jahren von einem Höchstwert in 2024/25 von 101,9 Prozent auf eine Quote von 87,3 Prozent für das Jahr 2026/27 gefallen. Aufgrund dieser Entwicklung war bei den Planungen im vergangenen Jahr bereits ein leichter Rückgang des Gruppenbestands in Ochtrup erkennbar.
Dieser Trend hat sich in der jetzt ermittelten Prognose für die nächsten Jahre noch verstärkt – während aktuell noch 55 Gruppen in 15 Einrichtungen bestehen, wird ab dem Kitajahr 2027/2028 nur noch mit 51 Gruppen gerechnet – mit weiter abnehmender Tendenz.
Die Outlaw gGmbH verzeichnete in der Kita Schützenstraße bereits in den vergangenen zwei Jahren eine geringer werdende Nachfrage. "Aufgrund der rückläufigen Kinderzahlen kann die viergruppige Einrichtung an der Schützenstraße nicht mehr weiter betrieben werden", stellte der Träger nun bedauernd fest, „die Schließung der Einrichtung ist aus wirtschaftlicher Sicht daher unumgänglich."
Die Outlaw gGmbH ist seit dem Kitajahr 2012/2013 ein wertvoller und fester Bestandteil der Kitalandschaft im Ort und wird auch zukünftig durch die sehr gut nachgefragte Kita am Buschlandweg mit zur Träger- und Angebotsvielfalt in Ochtrup beitragen.
Das 2017 errichtete Gebäude der Outlaw-Kita wird nach der Schließung nicht leer stehen. Die katholische Kirchengemeinde St. Lambertus, wird als langjähriger verlässlicher Träger mehrerer katholischer Einrichtungen, zwei Einrichtungen mit insgesamt fünf Gruppen in einer neuen, viergruppigen Kita zusammenführen und zukunftssicher aufstellen. Die bestehenden Gebäude der betroffenen Kitas St. Marien und St. Martin entsprechen nicht mehr den aktuellen Standards.
Nach intensiven Gesprächen mit allen Beteiligten, einschließlich des Landesjugendamtes, wurde entschieden, dass die katholische Kirche das moderne Gebäude an der Schützenstraße 133a ab dem 1. August 2027 als den neuen gemeinsamen Standort für die Kitas St. Marien und St. Martin nutzen wird.
Damit reduziert sich die Gesamtzahl der Kitagruppen in Ochtrup auf 50, was im Hinblick auf die weiter sinkenden Kinderzahlen eine wirtschaftlich sinnvolle und zukunftssichere Lösung darstellt.
Das Kreisjugendamt legt großen Wert darauf, dass für alle betroffenen Kinder ein sanfter Übergang gewährleistet wird. Alle betroffenen Familien haben daher die Möglichkeit, die Kinder in dem ab dem 1. August 2026 startenden Anmeldeverfahren für die Zeit ab dem 1. August 2027 für die "neue" katholische Kita, aber auch für alle anderen Kitas in Ochtrup vorzumerken. Mit diesem Verfahren sollen die Kinder der schließenden Outlaw-Kita die Möglichkeiten erhalten, sich sowohl auf einen Platz in dem ihnen bekannten Gebäude zu bewerben, als auch eine dann näher an der Wohnung gelegene Kita auswählen zu können.
„Unser oberstes Ziel ist es, den betroffenen Eltern und Kindern einen guten Übergang in die in Ochtrup alternativ bestehenden Betreuungsmöglichkeiten zu ermöglichen", erklärt Kreisjugendamtsleiter Mike Hüsing und ergänzt: „So werden wir gemeinsam mit den Trägern einen sanften Übergangsprozess erarbeiten, um sicherzustellen, dass jedes Kind einen guten Platz in der neuen Kita oder in einer der anderen Ochtruper Bestandseinrichtungen erhält."
„Gemeinsam mit der Stadt Ochtrup und dem Jugendamt Steinfurt wird die Outlaw gGmbH nun daran arbeiten, den Betrieb der Einrichtung bis Ende Juli 2027 wie gewohnt bereitzustellen", teilt Sandra Krümpel, die Gesamtleitung der Outlaw gGmbH im Kreis Steinfurt, mit. „Gleichzeitig werden wir alles tun, um unseren Mitarbeitenden gute Beschäftigungsoptionen für die Zeit nach Juli 2027 zu ermöglichen", so Krümpel weiter.
„Angesichts einer Situation, in der die Anzahl der Kinder in Ochtrup sinkt und weniger KiTa-Plätze benötigt werden, ist die Entscheidung, zwei kleinere Einrichtungen zugunsten einer größeren, neueren aufzugeben für uns folgerichtig", betont Brigitte Feldevert, Verbundleitung der Kindergärten der Pfarrei St. Lambertus, und führt weiter aus: „Durch die Zusammenführung können die Stärken, Erfahrungen und pädagogischen Konzepte beider Einrichtungen an einem gemeinsamen Standort gebündelt und weiterentwickelt werden. Gleichzeitig bleibt das katholische Profil unserer Arbeit erhalten und wird in einer neuen, zukunftsfähigen Einrichtung fortgeführt, sodass sich die Kinder und Familien auch am neuen Standort wohlfühlen werden."
Für Bürgermeisterin Christa Lenderich gilt: „Verantwortungsvolle Politik bedeutet, sich an den tatsächlichen Bedarfen zu orientieren und Entscheidungen dann anzupassen, wenn veränderte Rahmenbedingungen dies erforderlich machen." Ihr Dank gilt dem Träger der Outlaw Kita Schützenstraße für die engagierte Arbeit im Sinne der Kinder. Die Stadt Ochtrup freue sich darüber, dass das Gebäude an der Schützenstraße mit insgesamt vier Gruppen ab dem 1. August 2027 als neuer gemeinsamer Standort für die Kitas St. Marien und St. Martin von der katholischen Kirchengemeinde genutzt wird. „Auch in Zukunft wird es in Ochtrup eine vielfältige Trägerlandschaft geben. Allen Beteiligten gilt unser Dank für die konstruktive Zusammenarbeit", hebt die Bürgermeisterin abschließend hervor.
(Kreis Steinfurt, 3.7.2026)



