Laptop und Notizblock auf Schreibtisch

#WeRemember


Die Stadt Ochtrup gedenkt am 27. Januar der Opfer des Nationalsozialismus. Als sichtbares Zeichen beteiligt sie sich mit allen Fachbereichen an der weltweiten Kampagne #WeRemember, zu der seit 2017 der Jüdische Weltkongress gemeinsam mit der UNESCO jedes Jahr zum 27.1. aufruft – dem Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Ausschwitz. 

Zum Anlass macht die Stadt auch noch einmal auf die gemeinsame Veranstaltung mit dem Gymnasium  am 27.1. um 11 Uhr in der Bücherei St. Lamberti aufmerksam. Drei weitere Stolpersteine, die aus einem Schülerprojekt hervorgingen, werden an dem Vormittag verlegt und erinnern an das Schicksal jüdischer Mitbürger in Ochtrup.

Der Appell von Bürgermeisterin Christa Lenderich zum 27. Januar:

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

Die deutsche Übersetzung von „remember“ - „sich erinnern“ – ist ein schönes Wort. So bedeutet es doch wörtlich, dass ein zurückliegendes Geschehen Teil des eigenen Innern wird. Wir haben die Geschehnisse verinnerlicht, sie gehören zu unserer Identität. 

Nicht anders erging es dem Parlamentarischen Rat beim Beschluss unseres Grundgesetzes vor 75 Jahren. Artikel 1 ist daher nicht weniger als eine Antwort auf die Schreckensherrschaft des Nationalsozialismus, an die sich die Autoren 1949 nur zu gut erinnerten:

„Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in unserer Welt.“


Die Erinnerung wurde damit zu einem Teil der bundesrepublikanischen Identität. Vor dem Hintergrund der bittersten Erfahrungen galt es, Gegenwart und Zukunft politisch verantwortlich zu gestalten. Die Erinnerungskultur gehört zur DNA unseres Landes! Sich erinnern bedeutet nicht nur, die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft zu beklagen, sondern auch, Schlüsse aus dem Vergangenen zu ziehen und sie auf das Heute anzuwenden.

An diesem Tag erinnern wir uns an die Befreiung von Auschwitz am 27. Januar 1945. Ein „Befreiungstag“ also eigentlich – aber einer, der uns in die dunkelsten Abgründe unserer Geschichte führt. Deshalb tragen unsere Flaggen an diesem Tag Trauerflor. Der 27. Januar wurde zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Gedenken ist aber nur möglich, wenn wir uns die historischen Zusammenhänge vor Augen führen und die Erinnerung wachhalten.
Der Blick zurück zeigt uns, was passieren kann, wenn wir nicht wachsam sind und uns unermüdlich für die Einhaltung von Menschenrechten, für Demokratie und Frieden einsetzen.

 Erinnern wir uns gemeinsam, und halten wir gemeinsam die Erinnerung wach!

Ihre
Bürgermeisterin Christa Lenderich